Echter Alant - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Bilder & Beschreibung der Pflanze sowie ihrer essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Alant (Inula) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa, je nach Autorenauffassung, 100 Arten sind in der Alten Welt weitverbreitet. Auf dieser Seite wir als ein Vertreter der "Echte Alant" vorgesellt. Dieser wird bereits seit der Antike als Heil- und Gewürzpflanze verwendet. Essbar/essbare Teile!

Informationskategorien zu diesem Wild- & Wiesenkraut

Wildkraut-Kurz-Steckbrief "Echter Alant"

Botanischer Name: Inula helenium

Deutscher Name: Echter Alant

Gattung: Alante (Inula)

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Altkraut, Brustalant, Darmkraut, Darmwurz, Edelwurz, Glockenwurz, Helenenalant, Helenenkraut, Odinskopf und Schlangenkraut.

 

Hauptblütezeit: Juli bis August;

Blütenfarbe: gelb;

Blütenform/Anzahl: Korbblütler;

Frucht-/Samenreife: im Herbst (abhängig vom Blühbeginn);

 

Vorkommen: Echter Alant stammt ursprünglich aus Klein- und Zentralasien. Er ist auch in Spanien heimisch. Heute wird er u.a. in Deutschland, Holland und auf dem Balkan angebaut. Verwildert kommt er gern in Gesellschaften der Unterklasse Galio-Urticenea und des Verbands Arction vor.

Verbreitungsschwerpunkt: Er bevorzugt leicht feuchte, halbschattige Standorte. Er wächst oft in der Nähe von Ansiedlungen, Höfe, Parkanlagen, Brachland, Wegränder, Feldränder, Wiesen.

 

Wuchshöhe: bis 2,5 Meter;

Typisch: auffällige gelbe Blütenköpfe;

 

Sammelgut / essbare Teile: Blätter, Blüten, Wurzel;

Energiereiche Teile: Wurzel; ACHTUNG: Wurzel wirkt antibiotisch und kann bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Also Wurzel zunächst in kleinen Mengen probieren und kennen lernen.

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl mit Alantkampfer (= Helenalin), Alantolacton und andere Bitterstoffe in Form von Sesquiterpenlactonen, Polyacetylene, sehr viel Inulin. Davon wurden Inulin erstmals 1804 aus dem Alant isoliert, auch Helenalin ist nach der Pflanze benannt und dürfte hier erstmals isoliert worden sein.

Nötige Ver-/Bearbeitung: wässern (um Bitterstoffe auszuschwemmen);

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): mit anderen Alante, mit Ochsenaugen, mit Tollkirsche (vor Blütenentwicklung), mit Tabak (vor Blütenentwicklung);

Bilder "Echter Alant" - Bestimmung

Beschreibung der Pflanze / Pflanzenbestimmung

Erscheinungsbild: Alant ist eine bis zu zwei Meter (selten bis 2,5 Meter) hohe mehrjährige krautige Pflanze mit auffälligen gelben Blütenköpfen.

 

Blätter: Wechselständig, grundständige Blätter gestielt, obere Laubblätter sitzend, fast stängelumfassend. Blattspreite länglich, bei den grundständigen Blättern bis zu 70 cm lang, am Grund herzförmig, eng gezähnt, auf der Oberseite rau, auf der Unterseite bräunlich filzig behaart.

 

Blüte: Die Blüten bilden von den Deckblättern geschützte blütenartige, 6–8 cm breite Körbchen. Blüten der Körbchen gelb, Randblümchen zungenförmig; Scheibenblüten röhrenförmig, klein. 5 Staubblätter. Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel, zwei Narben. Deckblätter überlappen sich in mehreren Reihen, äußere blattartig, eiförmig, nach außen gebogen, behaart, innere hautartig, gerade. Körbchen als lockere Doldentraube. Er blüht von Juli bis September.

 

Früchte/Samen: Kantige, kahle Nuss mit einfachen Härchen an der Spitze.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Verwendete Teile: Überwiegend verwendeter Teil ist die Wurzel (Helenii rhizoma).

 

Alant zählt zu den seit der Antike bekannten Heilpflanzen. Bei Theophrast, Dioskurides und Plinius wird „Helenion“ gegen Husten, Krämpfe und Magenschwäche empfohlen.

In der Volksmedizin war Alant ebenfalls sehr beliebt und wurde bei Leiden wie Bronchialkatarrhen, Husten, Blähungen, Harnverhalten, Magen-Darm-Beschwerden, Gelbsucht und Würmern verwendet.

Eine Salbe aus Alantwurzel und Schweineschmalz wurde äußerlich gegen Krätze, Geschwüre und Ekzeme benutzt. Wunden und Geschwüre können mit frischen Alantblättern behandelt werden.

Heute gilt der Alant vor allem als Hustenmittel. Der genaue Wirkeffekt konnte noch nicht geklärt werden. Vermutlich sind es die ätherischen Öle, die den auswurffördernden und leicht krampflösenden Effekt haben. Wie bei vielen Heilpflanzen ist auch beim Alant die Dosis entscheidend. Größere Mengen können zu Erbrechen, Durchfall, Krämpfen und Lähmungen führen.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden Wild- und Wiesenkräuter viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Pflanzen vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Wurzeln: Die von September bis in das Frühjahr geernteten Wurzeln können in der Küche verwendet werden. Als die bekannteste Verwendungsart wird ein süßes Wurzelkompott genannt. Sie wird jedoch auch als Back- und Wurzelgemüse genutzt. Für die Nutzung schält man die Wurzel und schneidet diese in kleine Stücke um diese für ca. zwei Stunden zu wässern. Erst dann wird sie weiterverarbeitet. ACHTUNG: Wurzel wirkt antibiotisch und kann bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Also Wurzel zunächst in kleinen Mengen probieren und kennen lernen.

 

Blätter und Triebspitzen: Von April bis Juli bietet der Alant aromatisch duftende, herb-würzige Blätter. Man nutzt sie als Beigabe (also in kleinen Mengen) in Gemüsesuppen oder anderen Spinat- und Kochgemüsen. Für die Nutzung werden möglichst hellgrüne Exemplare genutzt. Da selbst diese streng und bitter schmecken, empfiehlt es sich die Pflanze vor der Verarbeitung etwas in warmen Wasser ziehen zu lassen.

 

Blütenstängel: xxx

 

Blüten: Die ausgezupften Blüten werden als essbare Dekoration genutzt.

 

Samen: xxx

 

Geschmack: würzig-streng und bitter. Also mit bedacht nutzten.

 

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: wegen der Notwendigkeit der Verarbeitung bzw. der Bitterkeit von nutzbaren Teilen wenig geeignet;

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Pflanzen in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es eine Menge gute Wildkräuter-Kochbücher.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Kandierter Alant galt lange Zeit als Leckerbissen. Da viele Menschen auf Alant mit Allergien reagieren, findet Alant fast nur noch in Likören Verwendung. Aufgrund ihrer schleimlösenden Wirkung ist die Alant-Wurzel auch Bestandteil von manchen Hustensäften.

Wie eine Reihe anderer Pflanzen verwendete man den Alant im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, um die Zimmerluft zu verbessern. Er wurde auf die Glut in den offenen Kaminen geworfen. Die in Alkohol ausgezogene Wurzel ergibt eine süßlich herbe Geruchslotion und eignet sich bei entsprechender Verdünnung als Rasierwasser.

Die (von Natur aus Harnstoff enthaltende) in Urin gebeizte und zerstoßene Alantwurzel ergibt mit Pottasche und Heidelbeeren einen blauen Farbstoff.

Alant wird bereits in ägyptischen Papyri erwähnt. Im römerzeitlichen Spanien war die Pflanze nach Isidor von Sevilla als ala bekannt. Er beschreibt die Wurzel als aromatisch, die Blätter als scharf.

Der Alant wurde in den Weihebusch eingebunden, der an Maria Himmelfahrt, dem 15. August zur Kräuterweihe gebracht wird. Im Sauerland werden in den Kräuterweihebusch so viele Alantblüten eingebunden, wie Kühe im Stall stehen.

Im Volksglauben galt der Alant auch als dämonenabwehrend. In der Steiermark räucherte man am Christabend mit Alant die Stuben und Ställe aus. Als Pflanze des Abwehrzaubers ist er ein altes Mittel gegen die Pest. Als Amulett um den Hals getragen, sollte er vor Behexen schützen.

Videobeitrag zu "Echter Alant" - Bestimmung

Quellen

Wildpflanzen Online Lexikon A-Z | Übersicht

Wildpflanzen & Kräuter Online-Lexikon A-Z | Übersicht

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