Gewöhnlicher Schneeball - Bestimmen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung des Baumes/Strauches sowie seiner essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Die Pflanzengattung Schneeball (Viburnum) gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae) und umfasst je nach Auffassung 100 bis 200 Arten. Sorten einiger Arten und Hybriden werden als Zierpflanzen in Parkanlagen und Gärten verwendet. Auf dieser Seite wird als ein Vertreter der "Gewöhnliche Schneeball" beschrieben. Essbarkeit umstritten (wohl für menschliche Ernährung ungeeignet)!

Informationskategorien zu diesem Baum/Strauch

Baum/Strauch-Kurz-Steckbrief "Gewöhnlicher Schneeball"

Botanischer Name: Viburnum opulus

Deutscher Name: Gewöhnlicher Schneeball

Gattung: Schneeball (Viburnum)

Familie: Moschuskrautgewächse (Adoxaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Gemeiner Schneeball, Herzbeer, Blutbeer, Dampfbeere, Drosselbeerstrauch, Geißenball, Glasbeere, Schlangenbeere, Wasserholder, Wasser-Schneeball;

 

Blätter: 3 bis 5 lappig, grob gezähnt, 8-12 cm lang, unterseits meist behaart, 2-3 cm lang gestielt, Blattstiele mit napfförmigen Nektardrüsen, orangerote Herbstfärbung;
Blüten & Blütenfarbe: Weiße, 5-zählig, in flachen Schirmrispen, innen kleinere Fruchtblüten, außen größere sterile Randblüten;
Hauptblütezeit: Mai bis Juni;
Früchte/Samen: Kugelförmig, rot glänzend, 10 mm groß, mit abgeflachtem Steinkern, schwach giftig;
Fruchtreife/Erntezeit: August bis September (stehen jedoch oft bis zur nächsten Blüte am Baum/Strauch);

Vorkommen: Der Gewöhnliche Schneeball ist in ganz Europa, West- und Nordasien verbreitet. Als Neophyt kommt er auch in Teilen Nordamerikas vor.

Verbreitungsschwerpunkt: Der Gewöhnliche Schneeball ist vor allem an feuchten Gebüschen, Ufern von Bächen, Flüssen und Seen sowie an Waldrändern anzutreffen.

 

Wuchsform: sommergrüner Strauch;
Wuchshöhe: ca. 1,5 bis 6 Meter;
Typisch: Bis zu 10 cm breite Doldenrispen mit auffälligen, stark vergrößerten, Randblüten.
Rinde/Borke: Die Rinde des Gewöhnlichen Schneeballs ist hellgrün bis ockerfarben, jung glatt und alt flach gefurcht.
Alter: xxx

 

Sammelgut/essbare Teile: Beeren; (Achtung: Über die Giftigkeit der Beeren finden sich in der Literatur widersprüchliche Angaben (schwach giftig bis giftig).)

Energiereiche Teile: xxx

Inhaltsstoffe: Rinde, Blätter und unreife Früchte enthalten Oxalate, Saponine, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Pectin und das Glykosid Viburnin.

Prozessierung: es scheint das ein "Überfrieren" die Beeren bekommlich(er) macht.

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): Wolliger-Schneeball;

 

Unterscheidungsmerkmale:
Der Gemeine Schneeball trägt 3 - 5fach gelappte (ahornähnliche) Blätter, die des Wolligen Schneeballs sind eiförmig, ungeteilt und filzig behaart. Die Früchte sind bei beiden Arten zuerst rot, verfärben sich aber dann beim Wolligen Schneeball schwarz.

Eigenschaft(en) des Holzes

Das Schneeballholz findet als Drechselware, Schirmkrücken und Spazierstöcke Verwendung. Das Holz wird auch im Bogenbau für Pfeile verwendet. Schäfte aus Schösslingen des Wolligen oder Gemeinen Schneeball gehören zu den besten, die man herstellen kann. Das Holz ist sehr hart und bricht kaum, und gerichtete Schäfte biegen sich nicht mehr zurück.

 

Die Bearbeitung bereitet keine Schwierigkeiten, allerdings reißt das Holz  beim Hobeln an den Kanten leicht aus. Sehr gut zu drechseln.

Die Trocknung muss bei Schneeball langsam und mit großer Sorgfalt durchgeführt werden, da sonst die Gefahr der Rissbildung besteht.

Bilder "Gewöhnlicher Schneeball" - Bestimmungshilfen

Beschreibung des Baumes/Strauches - Baumbestimmung

Erscheinungsbild/Eigenschaften: Der Gewöhnliche Schneeball wächst als sommergrüner Strauch und kann Wuchshöhen von 1,5 bis 6 Meter erreichen. Die 4 bis 6 mm lang gestielte Winterknospe besitzt zwei Paare verwachsener, kahler Knospenschuppen, wobei die inneren häutig und an ihrer Basis röhrig verwachsen sind.

Die dünne bis dicke Borke kann korkig sein. Die im ersten Jahr stumpf-kantigen Zweige besitzen eine grünlich-braune oder manchmal rötliche, kahle bis flaumig behaarte Rinde mit auffällig erhabenen Lentizellen. Die ab dem zweiten Jahr stielrunden Zweige besitzen eine gelbliche oder rot-braune sowie kahle Rinde mit verstreut angeordneten, kleinen, gerundeten Lentizellen.

Blätter: Die immer gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattspreite und Blattstiel gegliedert. Der grüne oder rötliche, kräftige Blattstiel ist 1 bis 5 cm lang, kahl oder flaumig behaart und besitzt nahe seiner Basis zwei bis vier oder mehr scheibenförmige Drüsen. Die pergamentartigen Blattspreiten sind bei einer Länge von 6 bis 12 cm und einer Breite von 5 bis 10 cm im Umriss kreisrund-eiförmig bis breit-eiförmig oder verkehrt-eiförmig mit gerundetem, gestutzem oder leicht herzförmigem Spreitenboden und sie sind meist drei-, selten fünflappig. Der Blattrand ist unregelmäßig gezähnt. Die Blattflächen sind von Anfang an auf beiden Seiten gleich grün gefärbt. Auf der Blattunterseite befinden sich abspreizende Haare besonders auf den Blattnerven. Die Blattoberseite ist weitgehend kahl. Die Laubblätter im oberen Bereich der Zweige sind oft schmaler und länger, sowie elliptisch bis länglich-lanzettlich und ungelappt bis schwach dreilappig oder ein wenig gekerbt; ihre Blattlappen sind mehr oder weniger ganzrandig und der Mittellappen ist verlängert, die Seitenlappen sind kurz. Die Laubblätter an den Zweigenden sind manchmal ungelappt. Die zwei haltbaren Nebenblätter sind bei einer Länge von 1 bis 5 mm pfriemförmig.

Blüte: Die Blüten erscheinen nach den Laubblättern und die Blütezeit reicht in Mitteleuropa von Mai bis August. Der endständige Blütenstandsschaft ist kräftig, kahl oder flaumig behaart und 2 bis 5 cm lang. In einem zusammengesetzten, trugdoldigen Gesamtblütenstand, der einen Durchmesser von 5 bis 12 cm aufweist, stehen zymöse Teilblütenstände zusammen. Die hinfälligen Trag- und Deckblätter sind laubblattartig, grün, lanzettlich und kahl oder spärlich behaart. Am ersten Nodium der Blütenstandsachse stehen sechs bis acht kahle oder mit einfachen Haaren versehene „Strahlen“ (Verzweigungen), die fünf bis zehn lang gestielte, große sterile, wohlriechende Randblüten tragen; sie befinden sich im Blütenstand außen und dienen als auffälliger Schauapparat.

Früchte/Samen: Die kahle, beerenähnliche Steinfrucht besitzt sowohl eine gerundete Basis als auch Spitze und enthält nur einen Steinkern. Der Steinkern ist bei einem Durchmesser von 8 bis 10 (selten bis zu 12) mm fast kreisförmig und abgeflacht mit abgerundetem oberen Ende. Die Früchte reifen in Mitteleuropa von August bis November, und färben sich zuerst gelb und dann rot.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Die Droge aus der Rinde wird bis heute als krampflösendes Mittel, insbesondere bei Menstruationsbeschwerden, arzneilich verwendet.

In osteuropäischen Ländern werden die roten Beeren gegen Erkältung in heißem Wasser zerdrückt und mit Honig gesüßt getrunken.


Der Name Dampfbeere kommt daher, dass früher die Früchte, auch in Mitteleuropa, in der Volksmedizin als Mittel gegen den „Dampf“, wie man Asthma und Atemnot seinerzeit nannte, verwendet wurden.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden auch Bäumen viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Bäume und Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Bäume vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Der Schneeball hat als Giftpflanze den Toxizitätsgrad „giftig“, den beispielsweise auch das Echte Johanniskraut hat. Über die Giftigkeit der Beeren finden sich in der Literatur widersprüchliche Angaben (schwach giftig bis giftig). Also: Ein Kosten ist sicher möglich, über Verwendung für die Ernährung muss jeder selbst entscheiden.

 

Blätter: xxx

 

Blüten: xxx

 

Früchte: Die Früchte sind gekocht für Marmelade oder Gelee verwendbar. In Teilen Osteuropas werden die reifen „Beeren“ auch roh gegessen. Sie werden im Herbst auf allen kleinen Märkten verkauft. Die Beeren werden üblicherweise nach dem ersten Frost geerntet und gelten erst dann als reif, vermutlich werden Giftstoffe durch Gefrieren abgebaut. Außerdem kristallisiert bei Frost Fruchtzucker aus, der den ansonsten stark säuerlich-bitteren Geschmack überdeckt.


Vor allem in der Türkei und besonders in der zentralanatolischen Stadt Kayseri werden die Früchte in Fässern mit Leitungswasser eingelegt. Das Wasser in den Fässern wird alle 2 Wochen einmal ausgetauscht. Nach gut einem Monat sind die eingelegten Beeren „reif“ und werden dann vor allem im Sommer ausgepresst und mit Wasser und Zucker zu einem wohlschmeckenden Erfrischungsgetränk „Gilaboru“ vermischt. Diesem Getränk wird eine heilende Wirkung bei Nierensteinen nachgesagt.

 

Geschmack: xxx

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Bäume und Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es gute Literatur die auch Bäume küchen- und kochtechnisch behandeln.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Die Blütenstände sind homogame, schüsselförmige „Scheibenblumen“. Die sterilen Randblüten sind stark vergrößert und dienen als Schauapparat. Der Nektar wird in den fertilen Blüten offen dargeboten. Bestäuber sind Insekten verschiedener Arten (außer Schmetterlingen), besonders Fliegen, die ähnlich wie bei den Doldenblütlern auf dem Blütenstand umherlaufend die Bestäubung vollziehen. Auch spontane Selbstbestäubung ist erfolgreich.

Die Früchte sind Wintersteher mit Verdauungsverbreitung. Sie werden von manchen Vögeln, z. B. von Drosseln, gemieden, aber von anderen Vögeln im Laufe des Winters gefressen. Die zerquetschten Früchte haben einen deutlichen Schweißgeruch.

Videobeitrag zu "Gewöhnlicher Schneeball" - Bestimmungshilfe

Quellen

Bäume & Sträucher A-Z

Bäume & Sträucher A-Z | Übersicht

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