Schwarz-Pappel - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung des Baumes/Strauches sowie seiner essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Die Pappeln (Populus) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Innerhalb der Gattung kommt es häufig zu Hybridisierungen. Auf dieser Seite wird, die bei uns ursprünglich heimische "Schwarz-Pappel" beschrieben.

 

Hinweis: Durch die erwähnte Hybridisierungen gilt es jedoch als fraglich ob in Europa überhaupt noch reinerbige Schwarz-Pappeln ohne genetische Beimengung der amerikanischen Art existieren. Meister wird man wohl auf die Bastard-Schwarz-Pappel stoßen!. Essbar/essbare Teile! (Die Schwarzpappel steht wie auch die Eibe, auf der Roten Liste für gefährdete Pflanzen.)

Informationskategorien zu diesem Baum/Strauch

Baum/Strauch-Kurz-Steckbrief "Schwarz-Pappel"

Botanischer Name: Populus nigra

Deutscher Name: Schwarz-Pappel

Gattung: Pappeln (Populus)

Familie: Weidengewächse (Salicaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Saarbaum;

 

Blätter: Blätter sehr variabel, 5-12 cm lang, dreieckig-eiförmig bis rautenförmig, lang zugespitzt. Basis gestutzt bis abgerundet, fein kerbig gesägter Rand. Beiderseits grün und unbehaart. Stiel 2-6 cma lang, dünn und abgeflacht. Herbstfärbung gelb.
Blüten & Blütenfarbe: Männliche Kätzchen rötlich-purpurn, 5-8 cm lang, hängend. Blühende weibliche Kätzchen gelbgrün, bis 10 cm lang.
Hauptblütezeit: März bis April;
Früchte/Samen: Fruchtkapseln mit watteartig behaarten Samen.
Fruchtreife/Erntezeit: Mai bis Juni;

 

Vorkommen: Die Schwarz-Pappel wächst als Flussbegleiter in den gemäßigten Klimabereichen weiter Teile Europas mit Ausnahme von Skandinavien, Schottland, Irland und Nordrussland.

Verbreitungsschwerpunkt: Die Schwarz-Pappel stellt hohe Ansprüche an Licht und Wärme. Ihre Standorte müssen darüber hinaus sehr gut nährstoff- und gut wasserversorgt sein. Sie besiedelt bevorzugt Kies- und Sandböden, die gut durchlüftet sind.

 

Wuchsform: sommergrüner Baum;
Wuchshöhe: bis 30 zu Meter;
Typisch: Äste weit ausladend, unregelmäßig stehend. Alte Stämme oft mit dicken Knollen.
Rinde/Borke: Die Rinde ist bei Scharzpappel in der Jugend aschgrau, sich aber schnell zu einer starken Borke entwickelnd, dann graubraun und stark rissig
Alter: 100-150 Jahre (Einzelexemplare bis 300 Jahre)

 

Sammelgut/essbare Teile: Blätter, Kambium, Blütenknospen;

Energiereiche Teile: xxx

Inhaltsstoffe: In den Knospen: Phenoglykoside, ätherisches Öl, und Flavonoide;

Prozessierung: kann roh verwendet werden.

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): Bastard-Schwarz-Pappel;

Eigenschaft(en) des Holzes

Die Holzeigenschaften der verschiedenen Pappelarten unterscheiden sich nicht nennenswert. Größere Unterschiede ergeben sich eher durch die verschiedenen Wuchsbedingungen.

 

Pappelholz ist allgemein sehr leicht und weich. Es verfügt über keine große Festigkeit und nur über eine geringe Dauerhaftigkeit. Es schwindet nur wenig und verfügt trocken über ein gutes Stehvermögen.


Pappel lässt sich gut trocknen, aufgrund der hohen Feuchte des frischen Holzes sollte die Trocknung aber langsam durchgeführt werden. Es neigt nicht zum Reißen oder Werfen. Die Bearbeitung und Behandlung der Oberflächen bereitet keine Probleme, wobei sich frisches Holz leichter als trockenes bearbeiten lässt.

 

Nicht nur weil die Stämme der Schwarzpappel oft krumm, wulstig und astig sind, sondern vor allem wegen des wenig dauerhaften Holzes ist die Nutzholztauglichkeit beschränkt. Interessant ist auch die Verwendung der flaumigen Samen, welche als Füllung  von Kissen und Decken sowie als Isoliermaterial dienen. Deshalb heissen in Nordamerika vorkommende Pappelarten auch "Cottonwood" (Baumwollbaum).


Anwendungen: Papierherstellung, Zündhölzer, Körbe, Obstkisten, Verpackungen, Holzschuhe, Sperrholz; Der neueste Schrei sind Heavy Metall-Gitarren und Snowboards aus Pappelholz.

Bilder "Schwarz-Pappel" - Bestimmungshilfen

Beschreibung des Baumes/Strauches - Bestimmung

Erscheinungsbild: Die Schwarz-Pappel wächst als laubabwerfender Baum, der unter günstigen Standortbedingungen Wuchshöhen von bis zu 30 Metern erreichen kann. Ältere Exemplare der Schwarz-Pappeln sind von mächtigem, knorrigem Wuchs. In Deutschland sind Exemplare mit Stammdurchmessern von über 2 Metern bekannt. Der Stamm weist eine graubraune Borke mit grober, x-förmiger Struktur auf, die durch quer verlaufende Korkwülste sehr eigenartig ist. Auch die Bildung von Wasserreisern und Maserknollen führt oft zu bizarren Stammformen. Die Baumkronen sind unregelmäßig aufgebaut und ausladend. Schwarz-Pappeln werden 100 bis 150 Jahre alt; in seltenen Fällen können sie ein Alter von 300 Jahren erreichen. Junge Zweige haben einen runden Querschnitt und keine Korkrippen.

Von den Knospen geht ein süßlicher Geruch aus. Es handelt sich hierbei um ein klebriges Harz (Cutin), welches Bienen sammeln, um daraus Propolis herzustellen.

Blätter: Wie bei allen Pappeln unterscheiden sich die Laubblätter von Lang- und Kurztrieben eines Exemplares erheblich voneinander. Laubblätter an Kurztrieben weisen eine rhombische, an Langtrieben eine rhombisch-eiförmige Form auf. Das erste Nebenaderpaar der Blattnerven verzweigt sich direkt am Übergang zwischen Blattstiel und Blattspreite von der Hauptader (Wolterson-Effekt). Artbestimmungen über Blattmerkmale können nur in Baumschulen an vegetativen Nachkommen der zu untersuchenden Altbäume mit so genannten Normblättern durchgeführt werden.

Blüte: Die Schwarz-Pappel ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch); es gibt also männliche und weibliche Bäume. Viele Blüten stehen in sogenannten Kätzchen zusammen, die noch vor dem Austrieb der Laubblätter erscheinen. Die männlichen Kätzchen sind bis zu 12 Zentimeter lang und hängen schlaff herab. Sie haben zwölf bis dreißig Staubblätter, deren Staubbeutel anfangs purpurrot sind. Die weiblichen Kätzchen sind zur Reife gestreckt. Deutlich erkennbar ist der Fruchtknoten mit zwei gelben Narben.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Die heilkundliche Verwendung der Pappel reicht bis in die Antike zurück. Die Knospen der Pappel enthalten Phenolglykoside, die denen der Weidenrinde sehr ähnlich sind – mit Salicin als Hauptkomponente, außerdem ätherisches ÖL, Gerbstoffe und Flavonoide. Knospen und Rinde werden weltweit medizinisch genutzt.


Aus den Knospen der Pappel lässt sich ein Tee herstellen. Dieser wirkt hauptsächlich blutstillend, entzündungshemmend und schmerzstillend. Im Besonderen hilft er bei Fieber, Rheuma, Gicht und Blasenentzündungen. Ebenso sollen Teemischungen mit Pappelknospen Prostatabeschwerden lindern, den Magen stärken und wohltuend bei Sodbrennen wirken.


Auch äußerlich können Aufgüsse aus Pappelknospen lindernd wirken wie beispielsweise bei Hautproblemen. Pappelsalbe hilft gegen Wunden, Verbrennungen, Gelenkschmerzen und andere Leiden des Bewegungsapparates.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden auch Bäumen viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Bäume und Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Bäume vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Knospen & Blätter: Die ganz jungen Frühlingsblätter können abgezupft und roh oder gekocht verwertet werden. Solange die jungen Blätter wenig zäh sind, kann man diese durch Milchsäuregärung zu einer Art Sauerkraut verarbeiten. Früher wurden, besonders in Notzeiten, die Blätter getrocknet und zu Mehl pulverisiert. Dieses nutzte man als Streckung für Getreidemehl oder als gewürzartige Beigabe für Suppen und Fonds.

 

Die Knospen werden medizinisch für Tee genutzt. Ein Sud aus diesen ist bitter, duftet aber meist angenehm süßlich. Der gewonnene Sud wurde neben der medizinischen Nutzung auch in Spirituosen eingesetzt.

 

Blüten & Blütenknospen: xxx

 

Früchte: xxx

 

Kambium: Wie bei den meisten Bäumen könnte man auch das innere Rindenkambium nutzen. Dieses wird, von März bis April geerntet, in Streifen geschnitten und wie Nudeln gekocht. In Notzeiten dient(e) es, getrocknet und vermahlen, ebenfalls zum Strecken von Getreidemehlen. Bitte BEACHTE: Die Nutzung von Kambium sollte wirklich nur in NOTZEITEN erfolgen, denn durch die bei der Gewinnung unumgänglichen Rindenverletzung kann dem Baum erheblicher Schaden zugefügt werden (oder dieser gar getötet werden.) Außerdem hat Kambium für den Menschen keinen Nährwart und dient somit der Magenfüllung (= Hungervertreibung - was in Notzeiten schon auch was sein kann). Wer sich am Kambium üben möchte, sollte nur bei bereits gefällten Bäumen Kambium entnehmen.

 

Geschmack: Junge Pflanzenteile Spargelähnlich (jedoch strenger).

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Bäume und Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es gute Literatur die auch Bäume küchen- und kochtechnisch behandeln.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Auf der Schwarz-Pappel entwickeln sich acht heimische Nachtschwärmer, darunter der Pappelschwärmer. Die Bäume werden auch häufig von gallenerzeugenden Insekten bewohnt; die Spiralgallenlaus ist dabei die am häufigsten zu findende Lausart. Ihr Befall bewirkt eine spiralige Drehung und Verdickung des Blattstiels.

Bei lang andauernden Überflutungen ist die Schwarz-Pappel deutlich in ihrer Wuchskraft benachteiligt. Bereiche mit stehendem Wasser werden nicht besiedelt. Dies ist der typische Lebensraum der Erlen. Schwarz-Pappeln sind unempfindlich gegen Überschotterungen und Übersandungen, weil sie am Stamm bis ins hohe Alter neue Wurzeln bilden können. Mechanische Verletzungen durch größeres Treibgut oder auch durch Treibeis heilen schnell aus.

Seit dem 17. Jahrhundert werden in Europa auch Kanadische Schwarz-Pappeln (Populus deltoides) und vor allem Bastard-Schwarz-Pappeln (Populus ×canadensis), die aus Kreuzungen der amerikanischen mit der einheimischen Schwarz-Pappel hervorgegangen sind, angepflanzt. Der Anbau dieser Hybride, von denen etwa 14 verschiedene Sorten (cv) eingesetzt werden, erfolgt bis in die heutige Zeit aus ökonomischen Gründen. Die Massenleistung ist erheblich größer und die Qualität des Stammholzes ist durch den geraden Wuchs günstiger als die der autochthonen Echten Schwarz-Pappel. Hybrid-Pappeln haben in der Regel eine gleichmäßiger längsgefurchte Borke ohne horizontale Korkwülste. Auch ihre jungen Triebe weisen – im Gegensatz zu Schwarz-Pappeln – Korkrippen auf. Eine Unterscheidung nach dem äußeren Erscheinungsbild ist manchmal aber nur schwierig möglich. Über moderne genetische Methoden können Schwarz-Pappeln und deren Hybriden eindeutig identifiziert werden. Bastard-Schwarz-Pappeln haben die autochthone Nominatform fast überall verdrängt.

Videobeitrag zu "Schwarz-Pappel" - Bestimmungshilfe

Quellen

Bäume & Sträucher Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Bäume & Sträucher Online-Lexikon A-Z | Übersicht

ALLE beschriebenen Bäume & Sträucher auf einen Blick. Die Detail-Seiten bieten Steckbrief, Info essbar oder giftig?, Verwendung in Medizin/Heilkunde, Text-, Bilder- & Video-Bestimmungs-Hilfe, ...