Roter Hartriegel - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung des Baumes/Strauches sowie seiner essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Hartriegel (Cornus), auch Hornstrauch genannt, ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae). Die (je nach Autor) etwa 55 Arten sind meist in der gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel, zum Teil auch in den Subtropen verbreitet. Auf dieser Seite wird als ein Vertreter der, bei uns häufig zu findende, "Rote Hartriegel" beschrieben. Essbar/essbare Teile (kann Hautreizungen verursachen)!

Informationskategorien zu diesem Baum/Strauch

Baum/Strauch-Kurz-Steckbrief "Roter Hartriegel"

Botanischer Name: Cornus sanguinea

Deutscher Name: Roter Hartriegel

Gattung: Hartriegel (Cornus)

Familie: Hartriegelgewächse (Cornaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Blutroter Hartriegel, Rotes Beinholz, Hundsbeere, Roter Hornstrauch. (Es gibt eine Menge weiterer Trivialnamen, diese haben jedoch stark auf Regionen begrenzt Bekanntheit/Gültigkeit.)

 

Blätter: verkehrt eiförmig bis elliptisch, zugespitzt, bis zu 10 cm lange Spreite, Stiel 10-15 mm lang, auf der Unterseite weiße Behaarung der Adern

Blüten & Blütenfarbe: weiß, in schirmenförmigen Rispen, 4-zählig, zwittrig;

Hauptblütezeit: Mai bis Juni;

Früchte/Samen: schwarzblau, kugelig, in Rispen, 5-8 mm groß, Stiele rot;

Fruchtreife/Erntezeit: September;

 

Vorkommen: Das natürliche Verbreitungsgebiet des Cornus sanguinea erstreckt sich von Europa über die asiatische Türkei und den Kaukasusraum bis nach Mittelasien.

Verbreitungsschwerpunkt: Der Rote Hartriegel wächst in Hecken und Strauchflächen, seltener in artenreichen Wäldern. Er gedeiht am besten auf trockenen bis frischen, schwach sauren bis alkalischen, sandig- bis lehmig-humosen, mäßig nährstoffreichen Böden. Er wächst vorwiegend im Flachland, man findet ihn jedoch in den Bayerischen Alpen in Höhenlagen bis zu 900 Metern, in Tirol bis auf 1350 Meter und im Wallis bis zu 1550 Metern.

 

Wuchsform: sommergrüner, stark verzweigter Strauch oder kleiner Baum;

Wuchshöhe: Strauchform ca. 3-4 Meter, Baumform bis 6 Meter;

Typisch: Zweige im Herbst und Winter dunkelrot, Blüten weiß, vierzählig und in Doldenrispen.

Rinde/Borke: grünbraun, Zweige im Winter blutrot (daher der Name);

Alter: 30 bis 40 Jahre;

 

 

Sammelgut/essbare Teile: Früchte;

Energiereiche Teile: xxx

Inhaltsstoffe: Die Blüten und Laubblätter enthalten ein Flavonglykosid, Gallussäure und Ellagsäure. Destillate aus den Blättern sind reich an Salicylsäure. Die Blatthaare sind mit Calciumcarbonat überzogen, das bei Berührung mit empfindlichen Stellen der Haut zu Reizerscheinungen führen kann. Wurzeln und Zweige enthalten Verbenalin. Frische Früchte enthalten einen Anthocyankomplex. Die Früchte enthalten viel Vitamin C;

Prozessierung: Sollte verkocht werde. Die Früchte sind roh ungenießbar, jedoch nicht giftig. Sie können jedoch roh gegessen bei Kindern möglicherweise eine Magen-Darm-Entzündung bewirken.

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): Tatarischer Hartriegel (seine Früchte sind weiß bis bläulich);

Eigenschaft(en) des Holzes

Das Holz ist zäh und schwer spaltbar mit zerstreutporig verteilten Gefäßen. Splint– und Kernholz sind anders als bei anderen Hartriegelarten von gleicher rötlich-weißer Farbe.

Das harte, zähe Holz diente früher für Flechtwerk und Drechselarbeiten.

Bilder "Roter Hartriegel" - Bestimmungshilfen

Beschreibung des Baumes/Strauches - Bestimmung

Erscheinungsbild/Eigenschaften: Der Rote Hartriegel bildet in Mitteleuropa 3 bis 4 Meter hohe, breite und dicht stehende, sommergrüne Sträucher. In Südeuropa kann der Rote Hartriegel auch baumförmig wachsen und erreicht dann Wuchshöhen von 6 Metern.

Holz: Ältere Stämme zeigen eine Schuppenborke. Die Rinde einjähriger Zweige ist kurzbehaart und leuchtend rot bis braunrot gefärbt. Die Rotfärbung wird durch Anreicherung von Anthocyan verursacht und ist kennzeichnend für die Art. Die Rinde zweijähriger Zweige ist olivbraun und kahl.

Knospen: Sowohl die Blüten- als auch die Laubknospen sind bei einer Länge von bis zu 6 Millimetern länglich. Sie haben keine Knospenschuppen, stattdessen werden sie durch die braunfilzig behaarten Blätter geschützt. Die Knospen mit den Blütenständen erscheinen an den Zweigenden und im Gegensatz zu den Laubknospen verdickt. Anders als bei der Kornelkirsche (Cornus mas) liegen die Seitenknospen am Zweig an und die Spitzen sind dem Zweig zugewandt.

Blatt/Blätter: Die gegenständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 8 bis 15 Millimeter lang. Die einfache, ganzrandige Blattspreite ist bei einer Länge von 4 bis 10 Zentimetern sowie einer Breite von 2,5 bis 5 Zentimetern breit elliptisch bis eiförmig mit keilförmiger Spreitenbasis und zugespitztem oberen Ende. Es sind drei bis fünf, an der Blattunterseite deutlich erhabene Nervenpaare vorhanden. Die Blattoberseite ist dunkelgrün und angelegt gabelhaarig, die -unterseite ist heller und besonders an den Blattadern kraushaarig.

Blütenstand und Blüte: Der endständige, schirmrispige Blütenstand weist einen Durchmesser von 4 bis 8 Zentimetern auf und auf 2,5 bis 3,5 Zentimeter langen Stielen stehen 20 bis 50 Blüten.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Es ist ein Diskus vorhanden. Die vier sehr kurzen Kelchblätter sind verwachsen. Die vier weißen Kronblätter sind bei einer Länge von 4,5 bis 6 Millimetern linealisch-lanzettliche und an der Unterseite behaart. Die vier Staubblätter sind nur etwas kürzer als die Kronblätter und überragen etwas den Griffel. Der Fruchtknoten ist unterständig.

Früchte/Samen: Die bei Reife weiß punktierten, schwarzblauen Steinfrüchte weisen einen Durchmesser von 5 bis 8 Millimetern auf. Die Steinfrüchte enthalten einen kugeligen, glatten, zweisamigen Steinkern.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Einsatz in der Pflanzenmedizin finden Rinde und die Früchte. Die adstringierende und entzündungshemmende Wirkung macht man sich zur Herstellung von Gurgelwasser zunutze. Die Pflanze wirkt schmerzstillend und blutstillend. Aus den Kernen kann Öl gewonnen werden. Diese kann zur Hautpflege genutzt werden.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden auch Bäumen viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Bäume und Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Bäume vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Blätter: xxx

 

Blüten: xxx

 

Früchte: Die Früchte sind trotz anderslautender Berichte nicht giftig, roh jedoch ungenießbar. Sie enthalten einen hohen Anteil an Vitamin C und werden zur Herstellung von Fruchtsäften und Marmelade verwendet.

 

Geschmack: Der Grundgeschmack der Früchte ist bitter. Das Fruchtfleisch ist musartig.

 

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: xxx

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Bäume und Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es gute Literatur die auch Bäume küchen- und kochtechnisch behandeln.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Eine Besonderheit des Roten Hartriegels ist es, in manchen Jahren im frühen August eine zweite Blüte zu bilden. Blüten und fast reife Früchte stehen dann gleichzeitig am Strauch. 

 

In wärmeren Gebieten wird die Art zur Aufforstung problematischer Standorte eingesetzt, so etwa in Bologna zur Begrünung stark erodierter Tonhänge oder in Ungarn als Vorbereitung für eine spätere Aufforstung mit Eiche und Buche.

Bis ins 18. Jahrhundert wurde das in den Samen zu 40 bis 45 Prozent enthaltene Öl auch zu Brennzwecken verwendet.

Die Ausbreitung der Früchte erfolgt durch Vögel wie Singdrossel, Amsel, Wacholderdrossel, Rotkehlchen, Dorngrasmücke, Star, Elster, Blaumeise, Gimpel und Fasan.

Videobeitrag zu "Roter Hartriegel" - Bestimmungshilfe

Quellen

Bäume & Sträucher Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Bäume & Sträucher Online-Lexikon A-Z | Übersicht

ALLE beschriebenen Bäume & Sträucher auf einen Blick. Die Detail-Seiten bieten Steckbrief, Info essbar oder giftig?, Verwendung in Medizin/Heilkunde, Text-, Bilder- & Video-Bestimmungs-Hilfe, ...