Gemeine Esche - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung des Baumes/Strauches sowie seiner essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Die Eschen (Fraxinus) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). In Europa sind drei Arten heimisch: die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior), die Manna-Esche (Fraxinus ornus) und die Schmalblättrige Esche (Fraxinus angustifolia). Auf dieser Seite wird, als ein bei uns häufig zu findender Vertreter, die "Gemeine Esche" näher beschrieben. Essbar/essbare Teile!

Informationskategorien zu diesem Baum/Strauch

Baum/Strauch-Kurz-Steckbrief "Gemeine Esche"

Botanischer Name: Fraxinus excelsior

Deutscher Name: Gemeine Esche

Gattung: Eschen (Fraxinus)

Familie: Ölbaumgewächse (Oleaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Gewöhnliche Esche, Hohe Esche;

 

Blüten & Blütenfarbe: Blüten erscheinen vor dem Laubaustrieb in unauffälligen Rispen, männlich, weiblich oder zwittrig.

Hauptblütezeit: April bis Mai;

Früchte/Samen: Nußfrüchte geflügelt, hellbraun, an vorjährigen Zweigabschitten. Trägt Früchte ab September.

Fruchtreife/Erntezeit: September bis Oktober;

 

Vorkommen: Die Esche ist eine in ganz Mitteleuropa und darüber hinaus vorkommende Baumart.

Verbreitungsschwerpunkt: Die Esche braucht mineralische, tiefgründige, frische bis feuchte Böden in nicht zu warmen, eher luftfeuchten, hellen und spätfrostfreien Lagen, um ihre maximale Wuchshöhe zu erreichen. Sie wächst aber auch auf trockenen, flachgründigen Rendzinen aus Kalksteinverwitterungsböden.

 

Wuchsform: Baum;

Wuchshöhe: bis zu 40 Meter (Standortabhängig jedoch meist kleiner)

Typisch: bis zu 25 cm lange unpaarig gefiederte Blätter, lange am Baum verbleibende, schmal geflügelte Nussfrüchte;

Rinde/Borke: Die Rinde der Esche ist bis zum 50. Lebensjahr glatt und grünlichgrau, später braun, fast schwarz, mit breiten Längs- und Querrissen.

Alter: 250 bis 300 Jahre;

 

Sammelgut/essbare Teile: Blätter, Früchte, Samen;

Energiereiche Teile: xxx

Inhaltsstoffe: Flavonoide, Sterole, Gerbstoffe, Cumarine, Iridoide, ätherisches Öl, Mannitol, Apfelsäure, Schleimstoffe;

Prozessierung: Blätter roh möglich (aber bitter), Früchte sollten durch auskochen (mit Wasserwechsel) entbittert werden.

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): ev. von den Blättern her mit Eberesche;

Eigenschaft(en) des Holzes

Die Esche ( Fraxinus excelsior ) zählt seit langem zu den wertvollsten Hölzern des mitteleuropäischen Waldes. Nach Buche und Eiche gehört Sie zu den wichtigsten einheimischen Laubnutzhölzern. Daher wird Esche forstlich zusammen mit anderen Baumarten auch als Edellaubholz bezeichnet.

Verarbeitung: Das harte Holz  der Esche  ist elastisch, biegsam, langfaserig, zäh und ziemlich schwer zu spalten. Esche lässt sich gut bearbeiten, in gedämpftem Zustand gut biegen und zu Furnieren verarbeiten. Dagegen lässt es sich weniger gut beizen  und imprägnieren, aber gut polieren.

Verwendung: Böttcherei, Wagnerarbeiten, Waggonbau, beanspruchte Konstruktionen, Innenausbau und Möbel, Biegeformteile, Maschinenbau und für landwirtschaftliche Maschinen wie Pflüge, Eggen. Spezialholz zur Herstellung von Werkzeugstielen und -griffen, Sportgeräten, Leitersprossen und -holmen. Außerdem für Drechslerwaren und Gußmodelle. Auch mit deckenden Oberflächen ist die Holzstruktur bei Esche erkennbar. Dieser Effekt wird sich oft zunutze gemacht.

Bilder "Gemeine Esche" - Bestimmungshilfen

Beschreibung des Baumes/Strauches - Baumbestimmung

Erscheinungsbild: Die Gemeine Esche erreicht eine Höhe von bis zu 40 Metern und einen Stammdurchmesser von zwei Metern. Nach 100 Jahren hat sie durchschnittlich eine Höhe von 30 Metern und einen Brusthöhendurchmesser von 30 bis 40 Zentimetern. Das Höchstalter beträgt etwa 250 bis 300 Jahre. Die Stammachse ist meist gerade und gabelt sich nicht. In Randbereichen des Verbreitungsgebiets werden die zuvor genannten Werte jedoch deutlich unterschritten, oder sie kommt sogar nur strauchförmig vor, etwa in Norwegen.

Rinde und Holz: Die Borke junger Bäume ist grünlich bis glänzend grau mit nur wenigen Korkporen. Nach etwa 15 bis 40 Jahren setzt die Verkorkung ein; eine Netzborke wird gebildet. Die Rinde selbst ist dick und reich an Sklerenchym, Bastfasern fehlen.

Das Holz ist ringporig, das Frühholz zeigt meist mehrreihige, grobe Gefäße, die sich deutlich vom Spätholz abheben. Dadurch sind die Jahresringe deutlich erkennbar. Die Gefäße des Spätholzes sind zerstreut angeordnet, klein und gerade noch erkennbar. Die Holzstrahlen sind schmal. Die Esche ist ein Kernholz­baum, deren Kern sich kaum vom breiten, hellgelblichen Splint unterscheidet.

 

Knospen: Die kurzen Knospen sind mit dichten, schwarzen und filzigen Haaren besetzt, die zum Schutz vor Frost und Verdunstung gebildet werden. Die Endknospen sind mit einer Länge und Breite von etwa einem Zentimeter deutlich größer als die Seitenknospen, die nur bis zu einem halben Zentimeter erreichen. Blütenknospen sind stumpfer und kugeliger als andere Knospen. Die Knospen sind Ende Juli fertig angelegt. Häufig sind an Haupttrieben die Knospen eines Knotens gegeneinander versetzt.

Blätter: Die Blätter stehen kreuzweise gegenständig, nur an besonders wüchsigen Trieben finden sich dreizählige Blattquirle. Die Blätter werden mit dem 5 bis 10 Zentimeter langen Stiel bis zu 40 Zentimeter lang und sind üblicherweise 9- bis 15-zählig gefiedert, selten treten weniger Fiederblättchen auf. Die einzelnen Fiederblättchen sind 4 bis 10 Zentimeter lang und 1,2 bis 3,5 Zentimeter breit. Sie sind eilanzettlich, lang zugespitzt und am Grunde keilförmig, klein und scharf gesägt. Die Oberseite ist kahl und sattgrün. Die Unterseite ist hellbläulich grün, der Mittelnerv und zum Teil die Seitennerven können lockerfilzig behaart sein. Die Seitenblättchen sind kurz gestielt oder sitzend, das Endblättchen ist länger gestielt. Die Blattspindel weist eine behaarte und mit Korkporen besetzte Furche auf, Nebenblätter fehlen. Die Blätter fallen meist noch grün vom Baum, nur im kontinentalen Osten des Verbreitungsgebiets (siehe unten) verfärben sich die Blätter manchmal gelblich.

Blüte: Die Esche wird frei stehend mit 20 bis 30 Jahren mannbar, in Gruppen mit anderen Bäumen nach 30 bis 35 Jahren. Sie ist zwittrig, wobei abhängig vom Individuum ein Geschlecht reduziert sein kann (Triözie). Die Blüten haben einen grünlichen, aus zwei Fruchtblättern entstandenen, synkarpen Fruchtknoten und zwei Staubblätter. Die Staubbeutel stehen auf kurzen Staubfäden und sind zunächst purpurrot. Kelch- und Kronblätter fehlen. Die Gemeine Esche wird als einzige Art in der Familie der Ölbaumgewächse durch Wind bestäubt (Anemophilie). Als Blütenstände werden seitenständige Rispen gebildet, die bereits vor den Laubblättern an den Sprossen des Vorjahres erscheinen. Sie stehen zuerst aufrecht und hängen später über.

Früchte/Samen: Als Früchte werden einsamige, geflügelte Nussfrüchte an dünnen Stielen gebildet. Sie sind 19 bis 35 Millimeter lang und 4 bis 6 Millimeter breit, schmal länglich bis länglich verkehrt-keilförmig, glänzend braun und schwach gedreht. Die Nuss ist 8 bis 15 Millimeter lang und 2 bis 3 Millimeter breit, an der Basis rundlich und oben gewölbt zusammengedrückt. Der Flügelsaum ist zungenförmig, oft ausgerandet, seltener zugespitzt und läuft maximal bis zur Hälfte der Nuss herab. Die Früchte werden von Oktober bis November reif und fallen während des ganzen Winters ab. Sie sind Schraubenflieger und erreichen dabei Entfernungen von 60 Meter, in seltenen Fällen bis zu 125 Meter.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Teezubereitung aus Blättern wird Volksmedizinisch als harntreibendes Mittel bei Rheuma eingesetzt. Auch eine fiebersenkende Wirkung wird dieser Teebereitung nachgesagt. Die frische Rinde hat entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften. Homöopathisch bei Asthma, Gallenerkrankungen und Schilddrüsenüberfunktion.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden auch Bäumen viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Bäume und Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Bäume vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Blätter: Junge zarte Blätter können als Salatbeigabe oder als Beigabe in Gemüsegerichten genutzt werden. Auch die Keimlinge können verwendet/gegessen werden.

 

Blüten: xxx

 

Früchte: Solange die Früchte noch weich sind (etwa Juni bis Juli) kann man diese nutzten. Da sie sehr bitter sind müssen dieses durch Kochen entbittert werden (dabei das Kochwasser mehrmals wechseln). So behandelt erhält man ein festes Gemüse, das auch zu Füllungen verwendet oder wie Kapern eingelegt werden kann. Trocknet und mahlt man die jungen Früchte, so kann man das Mehl gezielt als Bitterstofflieferant verwenden.

 

Samen: In den ausgereiften, trockenen Früchten findet man (im August) die Samen. Sie werden getrocknet und gemahlen als Backgewürz verwendet.

 

Geschmack: Bitter (Früchte sollten gar durch Kochen mit Wasserwechsel entbittert werden).

 

Tauglichkeit für Grüne-Smoothies: es gibt so viel tauglicheres Grün da draußen, da kann man von der Esche ruhig absehen ☺;

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Bäume und Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es gute Literatur die auch Bäume küchen- und kochtechnisch behandeln.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Eschenlaub war früher ein wichtiges Futtermittel für den Winter. Das Laub wurde im Sommer geschnitten, getrocknet und für die spätere Verwendung gelagert.[47] Die Esche ist auch ein häufiger Straßen- und Stadtbaum – besonders in Nord- und Osteuropa und in höheren Lagen der Mittelgebirge.

 

Eschene Lanzen werden schon im 7. Jahrhundert vor Christus von Hesiod in seinem Buch Werke und Tage als Bewaffnung des „dritten Menschengeschlechts“ erwähnt. Besondere Bedeutung hat die Esche jedoch als Weltenbaum Yggdrasil in der Nordischen Mythologie, die durch die isländische Edda, ein auf Altisländisch verfasstes literarisches Werk, erhalten ist. Laut Edda reichen die Zweige der Weltenesche Yggdrasil über den ganzen Himmel und erstrecken sich über die ganze Welt.

Videobeitrag zu "Gemeine Esche" - Bestimmungshilfe

Quellen

Bäume & Sträucher Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Bäume & Sträucher Online-Lexikon A-Z | Übersicht

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