Elsbeere - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung des Baumes/Strauches sowie seiner essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Die Mehlbeeren (Sorbus) sind eine Pflanzengattung der Kernobstgewächse (Pyrinae) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die, je nach Autorenauffassung, etwa 100 Arten sind in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel verbreitet. Auf dieser Seite wird, als ein bei uns vorkommender Vertreter, die "Elsbeere (Sorbus torminalis)" beschrieben. Essbar/essbare Teile!

Informationskategorien zu diesem Baum/Strauch

Baum/Strauch-Kurz-Steckbrief "Elsbeere"

Botanischer Name: Sorbus torminalis

Deutscher Name: Elsbeere

Gattung: Mehlbeeren (Sorbus)

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Ruhrbirne; (Es gibt eine Reihe weiterer, jedoch stark auf Regionen begrenzt bekannte, Trivialnamen.)

 

Blüten & Blütenfarbe: Weiß, ca. 1 cm groß in filzig behaarten Schirmrispen;

Hauptblütezeit: Mai bis Juni;

Früchte/Samen: Eiförmig, gelb - rötlichgelb, vollreif lederbraun mit hellen Pünktchen, 1,5 cm groß;

Fruchtreife/Erntezeit: Oktober;

 

Vorkommen: Das Hauptverbreitungsgebiet liegt in Mittel- und Südeuropa. Weitere Vorkommen sind in Asien und vereinzelt in Nordafrika anzutreffen. Das nördlichste Verbreitungsgebiet in Europa findet man in Dänemark. Die Elsbeere gehört wie auch der Speierling zum mittel- bis südeuropäischen Florenraum.

Verbreitungsschwerpunkt: Die Elsbeere wächst meist an wärmeren Lagen, südlich exponierten Hängen und Kreten. Sie wird als Halblichtbaumart bezeichnet und verträgt in ihrer Jugend eine Beschattung recht gut.

 

Wuchsform: Baum oder Strauch;

Wuchshöhe: bis zu 25 Meter (kommt stark auf Wuchsform Baum oder Strauch an). Einzelexemplare (in Baumform) können sogar bis 35 Meter Höhe erreichen.

Typisch: Die ahornartig in 6-1 breiten Lappen geteilten, festen Blätter verfärben sich im Herbst leuchtend gelb oder tiefrot. Die Früchte erscheinen durch Korkwarzen gepunktet.

Rinde/Borke: Die Rinde ist dünn, längsrissig, aschgrau und kleinschuppig (eichenartig).

Alter: In den meisten Fällen wird die Elsbeere ca. 100 Jahre alt, wobei sie auf freien Wiesenflächen aber auch bedeutend älter (bis zu 250 Jahre) werden kann.

 

Sammelgut/essbare Teile: Blätter, Früchte; (Laut der „Roten Liste“ ist die Elsbeere in Österreich als „extrem selten“ einzustufen.)

Energiereiche Teile: Früchte;

Inhaltsstoffe: In den Beeren: Gerbstoffe, Sorbinsäure, Zitronen- und Apfelsäure, Sorbit, Pektin, Carotinoide, Vitamin C;

Prozessierung: kann roh verwendet werden;

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): ev. mit der Mehlbeere;

Eigenschaft(en) des Holzes

Das Holz der Elsbeere ist eines der härtesten europäischen Hölzer. Es ist zerstreutporig, der Kern wird normalerweise nicht farblich abgesetzt. Es arbeitet und wirft sich beim Trocknen sehr, ist zäh und gleichzeitig elastisch. Wegen seiner Ähnlichkeit zur Birne wird Elsbeere zusammen mit anderen Sorbus-Arten (Speierling, Mehlbeere, Vogelbeere) unter der Handelsbezeichnung Schweizer Birnbaum verkauft. „Schweizer Birnbaum“ wurde von vielen (europäischen) Herstellern (u. a. Aristo, Faber-Castell, Albert Nestler Zeichentechnik) für die Herstellung hochwertiger hölzerner Rechenschieber verwendet.

Das Holz erzielt sehr hohe Preise, ist im frischen Zustand hell mit samtiger Oberfläche (Seidenholz) und dunkelt rötlich nach. Das Furnier wird für die Möbelschreinerei verwendet. Das Holz findet weiterhin Anwendung im Holzblasinstrumentenbau.

 

Weitere Verwendungsgebiete: exklusiven Möbelbau, Maschinenteile, Musikinstrumentenbau für Mechanikteile von Klavieren und Cembalos, für Orgelpfeifen und Dudelsackpfeifen sowie Blockflöten, Spezialholz u. a. für Meß- und Zeichengeräte, Stiele und feine Schnitz- und Drechslerarbeiten;

Bilder "Elsbeere" - Bestimmungshilfen

Beschreibung des Baumes/Strauches - Baumbestimmung

Erscheinungsbild: Die Elsbeere ist ein sommergrüner Laubbaum, der Wuchshöhen von 15 bis 25 Metern, im Wald manchmal über 30 Meter erreicht. Die Borke ist bei älteren Bäumen häufig asch-grau und kleinschuppig. Man kann die Borke der Elsbeere leicht mit einer Eichenrinde verwechseln.

Blätter: Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist bei einer Länge von 2 bis 7 Zentimetern im Umriss breit bis eiförmig. Der Blattrand ist spitz gelappt und leicht gesägt, die Anzahl der Lappen beträgt drei bis fünf. Die Herbstfärbung der Laubblätter ist weinrot.

Blüte: Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli. Die Blüten sind weiß und bilden aufrechte, lockere Doldenrispen. Die Früchte sind bei einer Größe von etwa 1,5 Zentimetern verkehrt-eiförmig bis rundlich, erst olivgrün, später dann braun mit hellen Punkten.

 

Früchte/Samen: Die reifen Früchte sind rötlich-braun gefärbt und hell punktiert. Zuerst sind sie noch hart, werden bei Vollreife aber teigig-weich. Die Fruchtreife beginnt ab Oktober.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Die reifen, gerbstoffhaltigen, Früchte werden naturheilkundlich gehen Durchfallerkrankungen (Ruhr) eingesetzt. Daher auch der Trivialname "Ruhrbirne".

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden auch Bäumen viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Bäume und Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Bäume vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Blätter: Aus ganz jungen, frisch aus den Knospen sprießenden, Blättern lassen sich Süßwaren und Spirituosen aromatisieren. Ausgereifte Blätter nutzt man im Sommer als Beigabe für Teegetränke.

 

Blüten: xxx

 

Früchte: Die kleinen, apfelartigen Früchte sind essbar, jedoch adstringierend. Erst wenn sie überreif oder gekocht sind, ist das Tannin abgebaut. Überreife Früchte sind bei Vögeln sehr beliebt. Deshalb ist es wichtig, die Früchte rechtzeitig zu ernten. Dies muss von Hand erfolgen, die Früchte sind nicht schüttelbar. Getrocknet sind die Früchte eine Nascherei und eigenen sich als Tee. Für den rohen Verzehr sollten die Früchte überreif sein (dann ist Tannin abgebaut). Werden sie als Beigabe für Marmelade oder Kompott genutzt, erfolgt der Tanninabbau durch die Hitzeeinwirkung.

Besonders im Elsass wird aus den Früchten der Elsbeere unter dem französischen Namen Alisier ein im Geschmack dem Schlehenschnaps ähnlicher Schnaps hergestellt. In Österreich nennt er sich neben Elsbeerenbrand auch Adlitzbeerenschnaps (dial. Oadlatzbeerschnaps). Die Ausbeute ist allerdings sehr gering: Für 2 Liter Schnaps benötigt man 100 Liter Maische.

 

Geschmack: Die Früchte wirken adstringierend, bekommen jedoch ausgereift ein süßes biernenähnliches Aroma. Die Blätter erinnern im Geschmack an Bittermandel.

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Bäume und Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es gute Literatur die auch Bäume küchen- und kochtechnisch behandeln.

 

Tauglichkeit für Grüne Smoothies: Die Blätter fallen für die Smoothie-Nutzung aus, die Früchte könnten jedoch als Beigabe verendet werden. Dafür sollten sie jedoch gut reif sein.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

In Deutschland war die Elsbeere für das Jahr 2011 und in Österreich für 2012 zum Baum des Jahres gewählt worden.

 

Die höchste bekannte Elsbeere der Welt mit 35 Metern Höhe steht am Hengstberg östlich Groß Lengden in Süd-Niedersachsen.

 

Seit einigen Jahren wird die Elsbeere wieder verstärkt angepflanzt, auch in Norddeutschland und im südlichen Skandinavien.

Laut der „Roten Liste“ ist die Elsbeere in Österreich als „extrem selten“ einzustufen.

Videobeitrag zu "Elsbeere" - Bestimmungshilfe

Quellen

Bäume & Sträucher Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Bäume & Sträucher Online-Lexikon A-Z | Übersicht

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