Europäische Eibe - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Bilder & Beschreibung des Baumes/Strauches sowie seiner essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Die Eiben (Taxus) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Eibengewächse (Taxaceae). Die etwa, je nach Autorenauffassung, zehn Arten sind hauptsächlich in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel verbreitet; in Europa ist die "Europäische Eibe" (Taxus baccata) als einzige Art heimisch. Eben diese wird auf dieser Seite beschrieben. Stark giftig!

Informationskategorien zu diesem Baum/Strauch

Baum/Strauch-Kurz-Steckbrief "Europäische Eibe"

Botanischer Name: Taxus baccata L.

Deutscher Name: Europäische Eibe

Familie: Eibengewächse (Taxaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Gemeine Eibe oder nur Eibe;

 

Blüten & Blütenfarbe:Männliche Blüten in sitzenden, kugeligen Kätzchen an den Zweigspitzen, weibliche Blüten unscheinbar, einzeln an den Zweigbasen.

Hauptblütezeit: März bis April;

Früchte/Samen: Aus den weiblichen Blüten entwickeln sich die Scheinbeeren mit einem 6-7 mm langen Samen im leuchtend roten Samenmantel (Arillus).

Fruchtreife/Erntezeit: September/Oktober;

 

Vorkommen: Das Vorkommen der Europäischen Eibe beschränkt sich nicht auf Europa, ihr Verbreitungsgebiet reicht vom Atlasgebirge in Nordwestafrika über Europa, Kleinasien bis in den Kaukasus und den Nordiran. 

Verbreitungsschwerpunkt: Tiefgründige, lockere, nährstoffreiche Böden; nie im Reinbestand, sondern immer einzeln oder gruppenweise im Unterwuchs von Buchen- und Mischwäldern, von der Ebene bis in etwa 1500 Meter Höhe.

 

Wuchsform: Baum oder Strauch;

Wuchshöhe: bis 15 Meter (in Aussnahmen 20-30 Meter)

Typisch: Dieser Nadelbaum mit den biegsamen Nadeln fällt besonders durch seine Samen mit dem roten, fleischigen Samenmantel auf.

Rinde/Borke: Die Rinde ist dünn, rotbraun, sich in kleine Schuppen ablösend.

Alter: 650-1000 Jahre (Einzelexemplare 2000-3000! Jahre)

 

Sammelgut/essbare Teile: roter, fleischiger Samenmantel (ACHTUNG: Alle andren Teile giftig);

Energiereiche Teile: xxx

Hauptsammelzeit: September bis November

Inhaltsstoffe: In der ganzen Pflanze (ausgenommen Früchte (Samenmantel) ) und in den Samen stark giftige Alkaloide und blausäurehaltige Glykoside.

Prozessierung: xxx

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): mit anderen Nadelbäumen;

Eigenschaft(en) des Holzes

Eigenschaften: Die harte Eibe ist sehr dicht, zäh, biegsam, elastisch und auch bei Feuchtigkeit sehr dauerhaft. Eibe lässt sich gut bearbeiten, messern und leimen. Holzstaub von Eibe führt zu Hautreizungen und Unwohlsein. Das Holz ist witterungsfest und nicht anfällig für Pilz- und Insektenbefall.

Merkmale: Die Jahrringe der Eibe sind durch eine dunkle, meist wellig verlaufende Spätholzlinie sichtbar. Eibe ist das einzige einh.Nadelholz das weder im Holz noch in der Rinde Harz aufweist.

Eiben-Holz-Verwendung: Furnier, Drechlerarbeiten, Möbel- und Innenausbau, Instrumentenbau und Zaunpfähle. Schwarz gebeizt als Ersatz für Ebenholz. (früher: Bögen, Langbögen, Armbrüste)

Bilder "Europäische Eibe" - Bestimmungshilfe

Beschreibung des Baumes/Strauches - Bestimmung

Erscheinungsbild: Die immergrüne Europäische Eibe ist in ihrer Gestalt eine sehr variable Art, die je nach Standortbedingungen als Baum oder Strauch wächst. An extremen Standorten wie etwa im Hochgebirge oder in Felswänden wächst sie sogar als Kriechstrauch. In Mitteleuropa erreichen nur sehr wenige Bäume Wuchshöhen über 15 Meter. Im Norden der Türkei wachsen allerdings monumentale Eiben, die Wuchshöhen von 20 Meter erreichen, und in den Mischwäldern des Kaukasus gibt es vereinzelt Eiben, die eine Wuchshöhe bis 32 Meter haben.

 

Mit zunehmendem Alter verändert sich das Aussehen der Eibe. Junge Eiben besitzen meist schlanke Stämme mit einer regelmäßigen Beastung. Die Krone ist bei jungen Bäumen breit kegelförmig und entwickelt sich mit zunehmendem Alter des Baumes zu einer runden, eiförmigen oder kugeligen Form. Oft sind freistehende Eiben bis an den Boden beastet. Auch sind ältere Exemplare nicht selten mehrgipfelig und mehrstämmig.

 

Charakteristisch und auffällig ist die dünne grau- bis rotbraune Schuppenborke der Eibenstämme. Anfangs tragen die Stämme junger Eiben eine rötlichbraune glatte Rinde, die später zu einer graubraunen, sich in Schuppen ablösenden Borke wird.

 

Blätter (Nadeln): Die weichen und biegsamen Eibennadeln haben eine linealische Form, die mitunter leicht sichelförmig gebogen ist. Sie stehen an den Leittrieben spiralförmig, während sie an den Seitenzweigen zweizeilig angeordnet sind. Eibennadeln sind zwischen 1,5 und 3,5 Zentimeter lang und zwischen 2 und 2,5 Millimeter breit und erreichen ein Alter von drei bis acht Jahren, bis der Baum sie abwirft.

 

Blüte: Die Europäische Eibe ist normalerweise zweihäusig: männliche und weibliche Blüten befinden sich auf unterschiedlichen Bäumen. Ausnahmefälle sind einhäusige Exemplare, bei denen sich Blüten beider Geschlechter an einem Baum befinden. Meist weist nur ein einzelner Ast Blüten mit einem anderen Geschlecht auf.

 

Die zahlreichen männlichen Blüten stehen an 1 bis 2 mm langen, blattachselständigen Trieben. Sie haben eine kugelige Form mit einem Durchmesser von etwa 4 mm und enthalten 6 bis 14 schildförmige Staubblätter, die jeweils 6 bis 8 gelbliche Pollensäcke tragen.

Die weiblichen Blüten sind nur 1 bis 1,5 mm groß, stehen jeweils als Kurztriebe in den Blattachseln jüngerer Zweige und sind auf Grund ihrer grünlichen Farbe unscheinbar. Sie bestehen aus sich überlappenden Schuppen, von denen nur die oberste fruchtbar ist und nur eine Samenanlage trägt. Zur Blütezeit bildet sich an der Spitze des umhüllenden Deckblattes ein Bestäubungstropfen aus.

 

Die Anlage der Blüten erfolgt bereits im Spätsommer. Die Blütezeit liegt im Spätwinter oder im frühen Frühjahr des nächsten Jahres, im Normalfall zwischen Februar und März, in kälteren Regionen erst zwischen April und Mai.

 

Früchte/Samen: An der Basis der Samenanlage findet sich ein ringförmiger Wulst, der sich bei befruchteten Blüten zu einem fleischigen, schleimigen Samenmantel, dem Arillus, auswächst. Dieser umgibt den Samen becherförmig, seine Farbe wandelt sich mit zunehmender Reife von Grün zu einem auffallenden Rot. Der bläulich-braune und eiförmige Samen ist 6 bis 7 mm lang und 3 bis 5 mm breit. Das Gewicht des Samens liegt zwischen 43 und 77 mg. Die Samen reifen von August bis Oktober und keimen erst im zweiten Frühjahr.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

Einzelne stark giftige Inhaltsstoffe der Rinde und der Nadeln werden als Krebsmedikamente verwendet. Wegen der Giftigkeit ist von einer Verwendung außerhalb der Labormedizin abzusehen. 

 

Hinweis: Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche

Blätter und Triebspitzen: STARK GIFTIG

 

Blüten: STARK GIFTIG

 

Wurzeln: STARK GIFTIG

 

Samen: STARK GIFTIG (mit Ausnahme roter, fleischiger Samenmantel)

 

Geschmack: Samenmantel sehr süß, sirupartig.

Geschichtliches / Wissenswertes

Die Giftigkeit der Eibe ist bereits Thema der griechischen Mythologie: Die Jagdgöttin Artemis tötet mit Eibengiftpfeilen die Töchter der Niobe, die sich ihr gegenüber ihres Kinderreichtums gerühmt hatte. Auch die Kelten verwendeten Eibennadelabsud, um ihre Pfeilspitzen zu vergiften und Julius Caesar berichtet in seinem Gallischen Krieg von einem Eburonen-Stammesfürst, der lieber mit Eibengift Selbstmord beging, als sich den Römern zu ergeben.

 

Unter optimalen Standortbedingungen tragen Eiben das erste Mal Blüten, wenn sie ein Lebensalter von 15 bis 30 Jahren erreicht haben. Unter weniger guten Standortbedingungen kann sich die Geschlechtsreife deutlich hinauszögern.

Videobeitrag zu "Europäische Eibe"

Quellen

Bäume & Sträucher Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Bäume & Sträucher Online-Lexikon A-Z | Übersicht

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