Spitz-Ahorn - Bestimmen/Erkennen, sammeln und verwenden!

Steckbrief, Bilder & Beschreibung des Baumes/Strauches sowie seiner essbaren Teile und deren Nutzen für Ernährung und Gesundheit.

Die Ahorne (Acer) bilden eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Rosskastaniengewächse (Hippocastanoideae) innerhalb der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae). Je nach Autorenauffassung gibt es 110 bis 200 Ahorn-Arten. Sie sind in gemäßigten und tropischen Gebieten in Eurasien, Nordafrika, Zentral- und Nordamerika weit verbreitet. Viele Arten werden vielseitig genutzt. Auf dieser Seite wird, als ein bei uns häufig zu findender Vertreter, der "Spitz-Ahorn" beschrieben. Essbar/essbare Teile!

Informationskategorien zu diesem Baum/Strauch

Baum/Strauch-Kurz-Steckbrief "Spitz-Ahorn"

Botanischer Name: Acer platanoides

Deutscher Name: Spitz-Ahorn

Gattung: Ahorne (Acer)

Familie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)

Weitere Synonyme/Volksnamen: Spitzblättriger Ahorn, Leinbaum, Lenne, und eine Reihe weiterer regional sehr unterschiedlicher volkstümlicher Namen;

 

Blätter: Blätter spitz 5-7-lappig, bogig gezähnt, 10-18 cm breit, oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits hellgrün und nur auf den Blattnerven schwach behaart. Blattstiel 3-20 cm lang, an der Basis kugelig verdickt. Blattstiele mit Milchsaft. Gelborange Herbstfärbung.

Blüten & Blütenfarbe: Blüten gelblich-grün, in kurzen, endständigen Rispen. Erscheinen vor dem Laubaustrieb.

Hauptblütezeit: April bis Mai

Früchte/Samen: Paarweise geflügelte Nüsschen, Flügel stumpf-winkelig bis waagrecht abstehend.

Fruchtreife/Erntezeit: Oktober;

 

Vorkommen: Der Spitzahorn ist über weite Teile Europas verbreitet. Er reicht nach Norden bis Mittelschweden und Südfinnland und ist im Osten bis zum Ural verbreitet. Von den europäischen Ahornarten ist er diejenige, deren natürliche Vorkommen am weitesten nach Norden reichen.

Verbreitungsschwerpunkt:  Er ist ein Baum der Ebene, des Hügellandes und des niedrigen Berglandes. Der Spitzahorn kommt aber als Mischbaumart auch in anderen Typen von Laubwäldern vor. Häufig trifft man ihn auch an Waldrändern und (wenn auch nicht so häufig) in Hecken an.

 

Wuchsform: Baum;

Wuchshöhe: bis zu 30 Meter;

Typisch: Blüht vor dem Laubaustrieb. Handförmig gelappte Blätter, die große spitze Zähne haben.

Rinde/Borke: Die Rinde ist bei Spitzahorn nicht sehr dick, rötlich-braun und längsrissig, im Alter schwärzlich.

Alter: bis zu 150 Jahre (Einzelexemplare bis 200 Jahre);

 

Sammelgut/essbare Teile: Blätter, Blüten, Früchte, Samen, Schösslinge, Kambium;

Energiereiche Teile: xxx

Inhaltsstoffe: Junge Blätter: Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium, Mangan und Eisen, Zucker, Eiweis.

Prozessierung: kann roh verwendet werden.

 

Verwechslungsgefahr (mit Giftpflanzen): Ahornblättrige Platane;

Eigenschaft(en) des Holzes

Eigenschaften: Das Holz ist etwas elastischer, biegsamer und druckfester als Berg-Ahorn, aber weniger dauerhaft.

 

Merkmale: Das Holz vom Spitzahorn gleicht von der Farbe sehr dem Berg-Ahorn, ist aber etwas dunkler, allerdings noch heller als bei Feld-Ahorn. Außerdem kommt auch Braunkern häufiger vor.

Verwendung: Wagen- und Karosseriebau, Werkzeug, Griffe, technische Holzware, besonders beliebt für Schnitzerei.

Bilder "Spitz-Ahorn" - Bestimmungshilfen

Beschreibung des Baumes/Strauches - Bestimmung

Erscheinungsbild/Eigenschaften: Der Spitzahorn ist ein sommergrüner Baum, der durchschnittliche Wuchshöhen von 20 bis 30 Metern erreicht und damit nicht so hoch wird wie der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus). Er kann etwa 150, maximal 200 Jahre alt werden. Seine Rinde ist in der Jugend glatt und blassbraun; im Alter ist die Borke dunkelbraun oder grau; die Struktur ist längsrissig und nicht schuppig. Bei Verletzung der Laubblätter oder der jungen Zweige tritt Milchsaft aus.

Blätter: Die gegenständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist handförmig, fünflappig mit lang zugespitzten, ganzrandigen Blattlappen. Die Buchten zwischen den Blattlappen sind stets stumpf.

Blüte: Die dem Feld-Ahorn ähnlichen Blüten stehen in aufrechten, Doldentraubigen Blütenständen. Es kommen sowohl zwittrige als auch eingeschlechtige weibliche und männliche Blütenstände vor. Oft – aber nicht immer – sind die Geschlechter auf verschiedene Individuen verteilt – die Geschlechterverteilung ist also unvollständig zweihäusig. Die Blütezeit ist im April bis Mai und beginnt schon vor dem Austrieb der Laubblätter. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, Hummeln und andere Insekten.

Früchte/Samen: Die Früchte des Spitzahorn sind paarweise geflügelte Nüsschen. Die Flügel sind stumpfwinkelig bis waagerecht abstehend. Da sich der Fruchtknoten bei der Reife spaltet, wird die Frucht Spaltfrucht genannt. Die Fruchtreife ist im Oktober.

Heilwirkung & medizinische Nutzung

In der Naturheilkunde finden Ahornblätter, -zweige und -sirup Verwendung. Bereits im alten Ägypten kam Ahorn zu medizinischen Zwecken zum Einsatz. Traditionell wurden die Blätter bei Schwellungen und Entzündungen der Haut sowie Insektenstichen angewendet. Zur Fiebersenkung verwendete man im 12. Jahrhundert beispielsweise ein Wasserbad, in dem zuvor Ahornblätter und -zweige gekocht wurden.

Ahorn verabreicht man bei folgenden Beschwerden: Menstruationsbeschwerden, Muskelschmerzen, "schwere Beine", Wadenkrämpfe, Augenödeme, Hautödeme, Prellungen, Fieber, Insektenstiche.

 

✿ HINWEIS: Besonders in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie werden auch Bäumen viele verschiedene Heil- & Anwendungsbereiche zugeschrieben. Auf meinen Seiten werden Bäume und Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Wer sein Wissen um die Heilkräfte der Bäume vertiefen möchte, findet dazu eine Menge gut Literatur.

 

Meine bevorzugte Quelle für medizinisches Pflanzenwissen ist das Buch "Das große Buch der Heilpflanzen" von Apotheker M. Pahlow. In seinem Werk beschreibt Pahlow neben den Anwendungsbereichen von Schul-, Pflanzen- & Volksmedizin auch den Zugang der Homöopathie.

Essbarkeit & Verwendung in der Küche / Survival- & Outdoor Nahrung / Grüne-Smoothie-Tauglichkeit

Blätter: Die jungen, noch weichen (mit den Fingern leicht zerreibbaren) Frühlingsblätter und Blattknospen (diese ohne die Knospenschuppen) kann man im April ernten und verwenden.  Sie werden, klein geschnitten, als Brotteigbeigabe oder als Beigaben für Eierspeisen oder Omelett genutzt. Beschrieben ist auch eine Sauerkrautartige Verarbeitung und Verwendung. Das Kraut konnte einen sehr beliebten Vitaminvorrat für den Winter stellen. Auch gedünstet oder gedämpft können die Blätter als Gemüse gegessen werden.  Auch roh dienen die Blätter als Beigaben für Salate und Grüne Smoothies. Große Blätter können als „Wickelblatt“ für gefüllte Rouladen genutzt werden.


Unter den Bäumen findet man im März die jungen Ahornkeimlinge.  Auch diese kann man Verwenden.

 

Blüten: Gerade geöffnete, fast noch  knospige Blütenstände eigenen sich als kurz gebratenes Gemüse, in Bratlingen oder als säuerlich gedünstetes Gemüse. Auch als, in Salz- oder Essiglake eingelegtes, Gemüse können sie bevorratet werden. Die gerade aufgeblühten Blüten (April) können (ohne die Knospenschuppen) gut in Salat- und Rohkostspeisen eingearbeitet werden. Sie geben auch Kräutermischungen und Wildkrautsalz eine feine Note und eine hellgrüne Färbung.

 

Früchte: Junge, noch ganz weiche Flügelfrüchte (etwa bis zu einer Wuchslänge von 2 cm der Doppelfrucht) können im Frühjahr in Hackkräutermischungen verarbeitet werden. Beschrieben wird auch eine Nutzung als Beigabe für Bratlinge.  Der Nutzung der Samenflügel  stellt wohl nur die eigene Kreativität Grenzen. Denn neben Verwendung als Beigaben für verschiedenste Bratgemüsen, Eintöpfen und Suppen, werden sie auch, meist in Salzlake, olivenartig verarbeitet oder kapernartig eingelegt.

 

Samen: Schält man im September die reifen Samen aus den Flügeln, so können diese kleinen Samen als Aroma für Spirituosen oder als Würze für Wildpflanzensalz genutzt werden. Ob der beachtliche Schälaufwand jedoch dafür steht, muss wohl jeder selbst ausprobieren.

 

Kambium: Wie bei den meisten Bäumen könnte man auch das innere Rindenkambium nutzen. Dieses wird, von März bis April geerntet, in Streifen geschnitten und wie Nudeln gekocht. In Notzeiten dient(e) es, getrocknet und vermahlen, ebenfalls zum Strecken von Getreidemehlen. BITTE BEACHTE: Die Nutzung von Kambium sollte wirklich nur in NOTZEITEN erfolgen, denn durch die bei der Gewinnung unumgänglichen Rindenverletzung kann dem Baum erheblicher Schaden zugefügt werden (oder dieser gar getötet werden.) Wer sich am Kambium üben möchte, sollte nur bei bereits gefällten Bäumen Kambium entnehmen.

Wohl bekannt ist auch der Ahorn-Sirup. Dieser wird vom nordamerikanischen Zucker-Ahorn gewonnen. Unsere Ahorne  führen wesentlich weniger Zucker in ihrem Saft, enthalten sind jedoch viele Mineralien. Der Saft wird, durch anbohren des Stammes, von März bis April gewonnen.  BITTE BEACHTE: Bohre nicht einfach irgendwelche Bäume an. Kläre erstens die Besitzansprüche und sorge für Erlaubnis. Und wenn diese Hürde genommen ist, bedenke dass du den Baum schaden kannst. Informiere dich über genaue Handhabe und Technik bevor du ans Werk gehst. Der gewonnene Saft kann entweder direkt als Mineraldrink konsumiert werden, oder durch köcheln, zu einem Sirup reduziert werden.

Geschmack: Junge Blätter: mild säuerlich bis süß (beim Bergahorn eher bitterlich.) Je älter die Blätter, desto bitterer werden sie. Keimlinge: zart-bitter. Sirup: wässrig-süß. Flügelfrüchte: herb und stark bissfest. Samen: bitter. Blüten: mild-säuerlich.

 

Tauglichkeit für Grüne Smoothies: Besonders die jungen Blätter und Keimlinge sind wenig aufdringlich im Geschmack und können somit über das Würzmaß hinaus Einzug in den Smoothie finden.

 

✿ HINWEIS: Natürlich gibt es viele andere Verwendungsmöglichkeiten. Auf meiner Seite werden Bäume und Sträucher in ihren Grundzügen vorgestellt und zugänglich gemacht. Rezepte fehlen sogar gänzlich. Für Küchen- und Kochbegeisterte gibt es gute Literatur die auch Bäume küchen- und kochtechnisch behandeln.

 

Wenn du dich für den Bereich Survival-/Notnahrung interessierst, möchte ich dir den Zugang und die Werk von Johannes "Joe" Vogel ans Herz legen. Dieser geht weit über die "normale" Kräuterbestimmung hinaus und zeigt eine Vollversorgung aus der Wildnis auf.

Geschichtliches / Wissenswertes

Aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit gegen Industriebelastung wird er gerne im Stadtbereich zur Begrünung verwendet. Garten- und Parkgestalter haben sich des Spitzahorns besonders angenommen. Es gibt eine Fülle verschiedenartiger Formen. Beliebt sind rotblättrige Züchtungen. In Parks werden gern Zierformen verwendet. Alleen aus Spitzahorn sind häufig: im Frühjahr schmücken sie sich noch vor Laubaustrieb mit einer Vielzahl gelbgrüner Blüten, im Herbst mit den von der Spitze zum Kronenansatz fortschreitenden Gelb- und Orangefärbung. An Waldrändern gilt der Spitzahorn als landschaftspflegliche Baumart.

Eine besonders in Stadtgebieten häufig zu beobachtende Erkrankung ist der Befall mit Uncinula tulasnei, einer für den Spitzahorn spezifischen Art des Echten Mehltaus, die zwar optisch auffallend ist, den Baum aber nicht wesentlich beeinträchtigt. Ebenfalls häufig zu beobachten ist der Befall des Spitzahorns mit der Teerfleckenkrankheit oder Ahorn-Runzelschorf (Rhytisma acerinum).

Videobeitrag zu "Spitz-Ahorn" - Bestimmungshilfe

Quellen

Bäume & Sträucher Online-Lexikon A-Z | Übersicht

Bäume & Sträucher Online-Lexikon A-Z | Übersicht

ALLE beschriebenen Bäume & Sträucher auf einen Blick. Die Detail-Seiten bieten Steckbrief, Info essbar oder giftig?, Verwendung in Medizin/Heilkunde, Text-, Bilder- & Video-Bestimmungs-Hilfe, ...